Wandelbar, wunderbar, Wandelhalle.

By 1. Februar 2017Allgemein, Hamburg

Sie ist häufig unser Ziel, aber wir nehmen sie nicht als solches wahr, eher als Zwischenstation, einen Halt, eine kurze Pause ohne wirkliche Ruhe: die Wandelhalle. 

Sie ist laut, bunt, hektisch. Sie schläft nicht, nimmt viele Menschen in sich auf, ist fast immer überfüllt, immer in Bewegung. Sie summt und erinnert an einen Bienenschwarm. Wenn wir Hunger haben, sagt sie nicht nein, sondern fragt, was wir mögen. Es scheint Essen aus jeder Kultur zu geben, in jeder Form, zu jeder Zeit. Sie lockt mit Dingen die wir nicht wirklich brauchen, zeigt sie uns im Vorbeigehen, in hellem Licht, durch spiegelnde Glasscheiben, die Wandelhalle am Hamburger Hauptbahnhof.

Eine „Wandelhalle“ bezeichnet, laut Duden, so etwas wie ein Foyer, einen Vorraum. Für die Hamburger Wandelhalle, das Gebäude das den Hauptbahnhof umschließt, erscheint der Begriff „Vorraum“ jedoch sehr schwach.

Den Aspekt des Wandelns auf die Hamburger Wandelhalle umzulegen, ist so viel passender, denn einem Wandel unterliegt sie seit sehr vielen Jahren. Der Hamburger Hauptbahnhof – und mit ihm die Wandelhalle, die an der Nordseite gelegene Eingangs-, Verbindungs- und Ausgangshaupthalle, wurde erstmal 1906 in Betrieb genommen bzw. eröffnet.

Der Hamburger Hauptbahnhof mit der Wandelhalle. Im Bildvordergrund ein Regionalzug.

Sie florierte bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges und ihrer fast vollständigen Zerstörung am 09. November 1941 durch einen Bombenangriff auf Hamburg. Die schwerwiegenden Zerstörungen ließen vorerst an einen Wiederaufbau nicht denken, es wurde notdürftig repariert und ausgebessert.

Der erste Versuch eines erneuten Aufbaus begann in den 70er Jahren, musste jedoch eingestellt werden, weil Korrosionsschäden an der stählernen Wandelhallenbrücke gefunden wurden – eine Spätfolge der Kriegseinwirkung.

1985 wurde es dann erneut angegangen, die Wandelhallenbrücke abgerissen und komplett neu aufgebaut und schließlich 1991 die „neue“ Wandelhalle festlich eröffnet.

Entstanden ist damit ein Einkaufszentrum über zwei Etagen auf über 7.000 m2, mit mehr als 50 Geschäften, Restaurants und Servicestationen, die uns an sieben Tagen die Woche, nahezu rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

Und das Beste: vom Neuen Hühnerposten bist du in drei Minuten zu Fuß in der Wandelhalle. Du kannst von 06.00 Uhr bis 23.00 Uhr – an jedem Tag der Woche – einkaufen, shoppen oder in einem der vielen Restaurants Essen. Tipp: Das Manju im Erdgeschoss. Lecker, echt indisch – echt gut.

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